Wirtschaft

Leitsätze Wirtschaft Bad Münder im Rahmen des ZEP Bad Münder

Präambel
Die Betreuung und Begleitung ortsansässiger Betriebe bei ihrer Entwicklung und damit die Sicherung vorhandener Arbeitsplätze haben oberste Priorität. Eine wichtige Zukunftsaufgabe in diesem Zusammenhang ist die Unterstützung von Kooperationen und Netzwerken der Gewerbetreibenden. Funktionierende Vernetzungen verbessern den Kommunikations- und Informationsfluss. Auf Grund ausreichend vorhandener Gewerbeflächen besteht kein Bedarf zur Entwicklung weiterer Gewerbegebiete.
Insbesondere eine belebte und baulich attraktive Innenstadt verbessert die Lebensqualität der Bevölkerung und wirkt sich somit positiv auf die weichen Standortfaktoren aus. Bei zukünftigen Vorhaben und Entscheidungen gilt es, die nachfolgend für die drei Bereiche "Kommunikations- und Informationsstrukturen mit Unternehmen am Standort", "Gewerbegebiete/Gewerbegebietsentwicklung/Gewerbeimmobilien" und "Innenstadt und Wirtschaft" formulierten Leitsätze zu berücksichtigen

Kommunikations- und Informationsstrukturen mit Unternehmen am Standort

  1. Innerhalb der Verwaltung soll eine für Unternehmer und Unternehmerinnen klar erkennbare zentrale Anlaufstelle vorhanden sein, die sich den Belangen der Gewerbetreibenden service- und dienstleistungsorientiert annimmt sowie beratend und vermittelnd handelt.
  2. Ein strategisches System, um den Kontakt mit Unternehmen aufzubauen und zu halten, mit dem Ziel der Vertrauensbildung und Information, soll existieren.
  3. Es soll ein Netzwerk aus Gewerbetreibenden existieren (wie z.B.: Wirtschaftsvereinigung), dessen Ziel es ist, den Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen zu fördern, Synergieeffekte zu erkennen und auszunutzen sowie gemeinsame Problemlösungen zu erarbeiten. Dieses Netzwerk sollte möglichst zielgruppenorientiert die Interessen der Wirtschaft vertreten.
  4. Allgemeine Informationen - insbesondere die positiven Standortfaktoren - über den Wirtschaftsstandort Bad Münder sollen verstärkt kommuniziert werden, mit dem Ziel der Information ansässiger Unternehmen und der Anwerbung potentieller Investoren.
  5. Ein Gewerbeflächen- und Gewerbeimmobilien-Informationssystem (Erhebung und Fortschreibung von Flächen und Immobilieninformationen: z.B. Quadratmeter, Mietdauer, Eigentümer etc.) soll vorhanden sein, das es ermöglicht, die Entwicklungen in Bad Münder zu steuern.
  6. Es soll regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen geben, die einen regionalen Erfahrungsaustausch von Unternehmern und Unternehmerinnen und die regionale Präsentation von Unternehmen ermöglichen.

 

Gewerbegebiete/Gewerbegebietsentwicklung/Gewerbeimmobilien in Bad Münder

  1. Vorhandene Gewerbeflächen und -immobilien sollen zielgruppenorientiert und offensiv - auf Basis der positiven Standortfaktoren Bad Münders - vermarktet und publiziert werden.
  2. Es soll stets eine ausreichende Flächenreserve vorhanden sein, um kurzfristigen Ansiedlungs- und Umsiedlungswünschen entsprechen zu können. Dabei sollen vorrangig auch zur Umnutzung oder Reaktivierung zur Verfügung stehende Bestandsflächen Berücksichtigung finden. Unter Beachtung von Synergieeffekten ist eine räumlich zentrale Konzentration anzustreben.
  3. Die Gewerbegebiete und -immobilien sollen über einen modernen Standard im Bereich der Kommunikationstechnologien verfügen.
  4. Neben harten Standortfaktoren (Kosten, Infrastruktur) sollen die Vermarktungschancen der Gewerbeflächen- und Gewerbeimmobilien sowie die Bindung von Unternehmen und Arbeitnehmern an Bad Münder durch ein positives, attraktiv gestaltetes Umfeld in verschiedensten Bereichen (Schnittstellen Bildung, Wohnen, Freizeit, Kultur, Sport etc.) verbessert werden.
  5. Seitens der Stadtverwaltung sollen flexible Strukturen und ein geringes Maß an Restriktionen (Flächenzuschnitte, Reaktion auf Um- und Ansiedlungswünsche, baurechtliche Rahmenbedingungen, Standortqualität etc.) gewährleistet werden.

 

Innenstadt und Wirtschaft

  1. Die ortsnahe Grundversorgung (Konzentration auf die Kernstadt) der Bevölkerung ist zu verfolgen.
  2. Die Innenstadt soll in ihrer Funktion als zentraler Versorgungsbereich gestärkt werden. Innenstadtrelevante Sortimente sollen maximal im Rahmen von Randsortimenten außerhalb des zentralen Versorgungsbereichs zugelassen werden.
  3. Die Innenstadt soll ein lebendiges und städtebaulich attraktives Quartier sein, das die Bürger und Gäste zum Verweilen und Einkaufen einlädt und anregt. In diesem Zusammenhang sollen Kooperationen (z.B. gemeinsame Events, Vermarktung) der Gewerbetreibenden in der Innenstadt gefördert werden.
  4. Die Öffnungszeiten von innenstadtansässigen Einzelhandelsbetrieben sollen möglichst einheitlich abgestimmt oder dem Bürger und Gast transparent als Information zur Verfügung gestellt werden.
  5. Zur Verbesserung der Anbindung Bahnhof - Innenstadt und Innenstadt - Kurpark sollen weitere Mobilitätsangebote entwickelt werden.
  6. Die Einzelhandelsstruktur Bad Münders soll sich perspektivisch durch kleinteilige Spezialgeschäfte, die über eine hohe Produktqualität und Kundensowie Serviceorientierung verfügen auszeichnen. Auf diesem Wege soll ein dem Stadtbild entsprechender Charakter erzeugt werden, der es Bad Münder ermöglicht, sich von den umliegenden Städten abzuheben